Einfache Lösung

Killerspiele allerorten.
Sind schuld.
Gehören verboten.
Dann wird alles gut.

So tönt es von überall.
Natürlich auch gestern in den Tagesthemen (die sich immer mehr durch eine besondere Kompetenz hinsichtlich der neuen Medien auszeichnen), mit Hardliner-Kommentar von Norbert Carius.

Was soll man dazu sagen:

Jetzt kommen sie wieder alle, die Stoibers, Becksteins und wie sie alle heißen und freuen sich über so Zeiten.

Jedes mal wenn ein Politiker das Wort „Killerspiel“ in den Mund nimmt würde ich am liebsten Amok laufen.

Ich habe noch niemanden gesehen, der mit einem Computerspiel jemanden anderen erschossen hat.

Daß Haß, Verachtung und Gewalt im Alltag und nicht nur auf dem Bildschirm gelebt werden, erwähnt aber niemand. Und kaum jemand scheint es absurd zu finden, ein Verkaufsverbot für Counterstrike statt für Waffen zu fordern!

Warum wird nicht ein Verbot von Eltern diskutiert, die ihre Kids vor dem PC versauern lassen? Warum merken Lehrer nicht, wenn Schüler gemobbt und zu Außenseitern werden?

Verdammt, muss man sich jetzt also doch wieder auf die Erziehung konzentrieren. Nein, zum Glück nicht. Denn wir haben ja ein neues Feindbild: Killerspiele.

Wir stehlen unseren Kindern ihre Zukunft, und wundern uns das sie sich wehren. Wir geben ihnen schwarze Farbe, und wundern uns, warum das Bild ihres Leben ein trauriges ist. Und sind wir tatsächlich erstaunt, das diese jungen Menschen bar jeder Hoffnung hochgradig labil sind und schlussendlich dann ihren Frust in Gewalt äussern. Ihr Leben so wenig wert schätzen, als das sie es in einem Fanal enden lassen.

Und es wird wieder passieren. Wie in Emsdetten.

Kategorie: Reden, Ärgern Tags: Amok, Computerspiel, Emsdetten, Killerspiel, Medien, Politik, ResistantX
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3 Kommentare bisher

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  1. 22. November 2006 um 11:55 Uhr

    sum1 sagt,

    kill the messenger! waffen-darstellungen verbieten damit waffen leben können! du sollst keine götzen außer den echten waffen haben!

  2. 22. November 2006 um 12:31 Uhr

    Einer sagt,

    Genau. Und damit jeder echte Waffen von virtuellen unterscheiden kann, plädiere ich für die Abschaffung der Kriegsdienstverweigerung und die Einführung des Dienstes an der Waffe für jede und jeden.
    Dann passiert so was bestimmt nicht noch mal.

    Wie bitte? Die meisten amerikanischen Amokläufer haben eine Ausbildung beim Militär genossen? Ach quatsch…

  3. 23. November 2006 um 12:01 Uhr

    Pazifisten > ei|n|all sagt,

    […] Als Nachtrag zur Killerspieldebatte noch eine kleine Anekdote aus meiner Zivildienstzeit: […]

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